5 Schritte zu einer produktiven Home-Office-Routine

by - November 04, 2017

Wer möchte nicht mal so richtig produktiv sein, konzentrierter arbeiten und dem lauten Großraumbüro den Rücken kehren. Die Lösung lautet Home Office - für mich funktioniert es, aber dafür musste ich erst eine praktikable Routine entwickeln. Wie ich für mich die perfekte Home-Office-Routine gefunden habe und welche Tipps ich für euch habe, erfahrt ihr in meiner persönlichen Anleitung.

Vorab aber eine kleine Erklärung, ich arbeite seit 2 Jahren in einem Unternehmen, das mir erlaubt, tageweise im Home Office zu arbeiten. Ich habe also einen ganz normalen 9-to-5 Bürojob und bin nicht etwa selbstständig oder Vollzeit-Blogger, die auch wesentlich dazu beigetragen haben, dass ich Einblicke in das Arbeiten zuhause und Inspirationen für diese Routine erhalten habe. Für mich ist Home Office insofern nützlich, da ich täglich eine weitere Strecke bis ins Büro pendle und unendlich Zeit spare, wenn ich zuhause arbeiten kann. Dass Zuhause Arbeiten nicht nur Vorteile mit sich bringt, möchte ich euch auch mit auf den Weg geben - die Freiheiten, die man hat, können dennoch schnell überfordernd wirken - aber das lest ihr weiter unten.


   
Ein guter Start in den Tag

Bei mir läuft es im wahrsten Sinne des Wortes am besten los, wenn ich direkt nach dem Aufstehen in die Laufklamotten springe und eine kleine 20-30 Minuten Runde durch die noch unverbrauchte Morgenluft jogge. Die Überwindung gerade in diesen kalten dunklen Tagen ist enorm, aber wenn ich diese Hürde genommen habe, habe ich das erste Mal am Tag das Gefühl, dass ich schon etwas geschafft habe. Da der Anfang um in die Arbeit reinzukommen das Schwierigste ist, ist dieser Schritt schon mit der Laufrunde bereits vor der Dusche und dem Frühstück getan. Ich kenne übrigens das Gefühl, wenn hochmotivierte Menschen aus dem 5am-Club von ihren Aufwachritualen berichten und ich mich schlecht fühle - glaubt mir, die Überwindung zu so einem sportlichen Akt gelingt mir auch nicht jedes Mal. Aber ich bin froh, wenn ich bei meinem Job überhaupt zum Sport komme. An Tagen, an denen ich noch ins Büro fahren muss, fällt Sport morgens weg, ersten, weil ich viel zu früh los müsste und zweitens, weil mein Gesicht einige Stunden nicht mehr auf normale Hautfarbe schaltet - wer geht schon gern als Tomate ins Büro?





 
Bevor es losgeht, bereite ich mir dann einen Latte Macchiato, Matcha oder Kurkuma Latte vor und stelle mir eine Flasche Wasser auf den Schreibtisch. Mein Lieblingsrezept für die Kurkuma Latte habe ich euch hier niedergeschrieben :-). Ein paar kleine Snacks oder Süßigkeiten dürfen bei mir auch nicht fehlen. Ganz ehrlich, würde das nicht schon alles bereit stehen, ich würde jede Gelegenheit nutzen, vom Schreibtisch in die Küche zu verschwinden und die Ecken nach Ess- und Trinkbarem auszukundschaften. Lieber also vorsorgen und sich damit etwas disziplinieren. Es gibt im Home Office noch viel mehr potenzielle Ablenkungsquellen und Ausreden, um nicht das zu tun, was man eigentlich sollte.

Technische Herausforderungen vorher lösen

Es gibt nichts, was mich beim Arbeiten mehr ausbremst, als Technik, die nicht macht, was sie soll. Deshalb prüfe ich jedes Mal im Büro vor Ort nochmal mein Notebook. Habe ich das Ladekabel und das Telefonie-Headset eingepackt? Erinnere ich mich noch an mein Passwort für den VPN Client? Verbindet sich mein Notebook zuhause mit dem WLAN? Macht euch am besten eine Checkliste, mit der ihr nichts Wesentliches im Büro vergesst. Im Home Office nicht arbeitsfähig zu sein ist nicht nur dumm gelaufen sondern kann dem Chef gegenüber richtig peinlich werden.

Entwickelt außerdem für euch einige Ideen, wie ihr mit Aufgaben umgeht, die ihr sonst im Büro einfacher erledigen könntet, z.B. wollt ihr sicher nicht zuhause eure eigene Druckerpatrone leer drucken. Überlegt euch daher, wie ihr beispielsweise Korrekturen an einem Dokument papierlos am Notebook erledigen könnt und welche Tools ihr dafür nutzt. Ich verwende häufig die App „Cam Scanner“, um handschriftliche Anmerkungen an Unterlagen, die ich mit nach Hause genommen habe, einzuscannen und meinen Kollegen per Mail zuschicken.

Sind alle technischen Fragen geklärt, findet heraus, wo ihr in eurer Wohnung am besten arbeiten könnt. Nicht jeder hat einen eigenen Raum für ein Büro. Ihr solltet euch dort wohlfühlen und einen Stuhl haben, den ihr auf euch einstellen könnt. Nicht mal die morgendliche Laufrunde verzeiht es, wenn ihr acht Stunden krumm auf einem unbequemen Stuhl sitzt. Und eine Abstellkammer, in der neben dem Bügelbrett noch die Vorräte eingelagert sind, trägt sicherlich auch nicht zu einer Wohlfühlatmosphäre bei.



 

Aufgaben - eigentlich das Wichtigste beim Arbeiten ;-)

Mir persönlich hilft es unheimlich, wenn ich bei der Planung meines Home-Office-Tages direkt überlege, welche Art von Aufgaben ich erledigen will. Wenn ich gerade dabei bin, ein neues Konzept zu entwickeln, einen Text zu formulieren oder eine Präsentation inhaltlich zu gestalten, dann ist die Ruhe im Zuhause einfach Gold wert. Denn genau das sind die Aufgaben, die ich mir für das Arbeiten Zuhause aufspare und die ich aus dem Großraumbüro mitnehme. Nichts ist für mich frustrierender, als an einer Aufgabe im Büro zu sitzen, für die ich keinen klaren Gedanken fassen kann und immer wieder von vorne anfangen muss oder nur mit größter Mühe etwas „Gescheites“ aufs Papier bringe.

Neben den inhaltlichen Überlegungen ist nützlich, sich eine To Do Liste für den Tag bereits im Voraus anzulegen. Wichtig dabei - ich bin zwar produktiver zuhause als im Büro, aber dennoch schaffe ich das Wochenpensum nicht an nur einem Tag. So stelle ich die Aufgaben zusammen, von denen ich glaube, dass ich sie an einem Tag schaffen kann und arbeite mich dann konzentriert von einer zur nächsten durch. Kleiner Einblick in meine geheime Leidenschaft am Rande - ich liebe Blöcke mit To Do Listen, Wochenübersichten, analoge Planer etc. Es gibt im Internet wunderschöne Schreibtischunterlagen, die helfen, den Tag oder sogar die ganze Woche vor zu strukturieren (definitiv kein Must-Have aber sowas wie ein „Home-Office-Goal“).



 

Timing - oder die Sache mit dem Zeitmanagement

Eng mit der Planung der Aufgaben ist auch die zeitliche Planung meines Home-Office-Tages verbunden. Da ich in der Stadt in der ich wohne mehr soziale Kontakt (Freunde) habe, als da wo ich arbeite, nutze ich die Mittagspausen, um mich zum Essen zu verabreden. Einige meiner Freunde gehen noch zur Uni, wodurch sich ein Wiedersehen in der Mensa direkt mit der Mittagspause verknüpfen lässt. Ich denke bewusst an mich, wenn es um meine Zeit vor, zwischen und nach der Arbeit an einem Home-Office-Tag geht, um eine klare Kante zwischen Privatleben und Arbeiten zu ziehen. Wichtig für mich ist auch, ein festes Ende des Arbeitstages von vornherein zu definieren, 1. damit ich für mich einen Schlussstrich ziehen kann, 2. weil ich die Aufbruchstimmung in der Firma nicht mitbekomme, der ich mich sonst anschließen würde und 3. weil sich so abendliche Verabredungen oder der Gang ins Fitnessstudio besser planen lassen. Ich bin leider von der Sorte Mensch, die schnell einmal versucht ist, weiterzuarbeiten, in die Mails zu schauen oder noch Telefonate zu führen, wenn Notebook und Diensthandy schon mal da sind. Was mich persönlich bei meiner Zeitplanung unterstützt ist - und das klingt banal - zu wissen, wie lange ich schon gearbeitet habe. Ich fange im Home Office meistens schon früher an, da ich mir die Fahrtzeit spare, aber dennoch zur selben Zeit aufstehe. Nützlich finde ich dabei die App „Stempeluhr“. Damit zeichne ich auf, wann ich angefangen habe zu arbeiten, wie lange ich Pause gemacht habe und sie kündigt mir an, wenn mein Arbeitstag voll ist. Ein sehr praktisches und kostenloses Tool, dass ich euch sehr für diesen Zweck empfehlen kann.


 

Arbeitet an eurer Einstellung

Was mir die ersten Male im Home Office sehr schwer gefallen ist, ich fühlte mich immer extrem unter Beobachtung und entsprechend unter Druck gesetzt, mich permanent bei den Kollegen und dem Chef zu melden und auf mich aufmerksam machen zu müssen. Wenn es in eurem Job Kollegen gibt, die es mal nicht so genau nehmen, dass arbeiten Zuhause auch arbeiten bedeutet, dann habt ihr schnell selbst auch das Gefühl unter diesem Generalverdacht zu stehen. Macht euch davon frei, alles Andere würde euch nur davon abhalten, produktiv zu sein. Schließlich könnt ihr am Ende des Tages anhand eurer To Do Liste sehen, was ihr tatsächlich geschafft habt und dass ihr eure Arbeit gemacht habt. Lasst euch nicht stressen, ihr seid nicht eure Kollegen, Vergleiche sind viel zu häufig Ursprung für schlechte Gefühle.

Ebenso ein Punkt zur Einstellung ist das Thema Kleidung. Ich persönlich könnte mich nicht in Jogginghose vor mein Notebook setzen. Auch im Home Office mache ich mich zurecht und ziehe mich ordentlich an, das bewirkt bei mir dass ich weiß, dass der Startschuss gefallen ist und es wirkt auf mich auch so, dass ich mich selbstbewusster fühle. Das ist vielleicht auch Geschmacksache, ich kann nur jedem empfehlen, sich auch beim Arbeiten zuhause nicht hängen zu lassen ;-).

Fazit

Home Office ist eine tolle Möglichkeit, produktiv Aufgaben anzugehen und sich Freiräume beim Arbeiten zu schaffen. Auch wenn es eine Herausforderung an die Selbstdisziplin ist, sollte man diese Option nutzen, wenn sie der Arbeitgeber anbietet. Die oben genannten Schritte sind meine eigene Erfahrung, die ich gern an euch weitergebe. Wenn ihr aber merkt, dass ihr nicht der Typ für Home Office seid, ihr euch Zuhause nicht motivieren könnt oder einfach die Kollegen und die Kantine vermisst, dann solltet ihr vielleicht doch wieder an euren Schreibtisch in der Firma zurückkehren.

Wenn ihr übrigens jetzt schon konkret Fragen zu einzelnen Punkten z.B. den genannten Apps habt dann schreibt es mir gern in die Kommentare.

Eure Desirée



You May Also Like

0 Kommentare