Minimalismus - Tausche Besitz gegen Freiheit

by - Januar 27, 2018

Minimalismus ist ein Lebensentwurf und hält seit geraumer Zeit Einzug in fast alle Konsumbereiche. Eigentlich mag ich nicht über Minimalismus schreiben, denn am Ende fühle ich mich damit wie ein Trittbrettfahrer, der auf einen Trend aufgesprungen ist. Aber bei mir ist es keine bewusste Entscheidung, sondern eine Reflexion über das, was mich nervt. Der Trend zum genügsam Sein wird von jedem unterschiedlich definiert - für mich ist er der Konter auf Überfluss, Hülle und Fülle. Nachdem ich vor Weihnachten viele Stunden in die Geschenksuche investiert habe, die ich besser in eigentliche Zeit mit meiner Familie investiert hätte, wurde mir wieder klar, wie sehr ich mich zu etwas mehr Einfachheit hingezogen fühle. Hier nun ein paar der Lebensbereiche, über die ich bei dem Thema Minimalimus - wenn man es so nennen möchte - nachdenke.



   
Minimalismus ist nichts Neues, sondern bewegt sich meiner Meinung nach in Phasen ähnlich einem Konjunkturzyklus weiter. Wenn genug des Guten nicht mehr gut ist, dann wird die Notbremse gezogen und bewusst verzichtet. Auch ein kurzer Blick in die Geschichte deckt auf: 

Design: Kampf gegen den Kitsch vor 100 Jahren

Eine der bekanntesten Minimalismus-Bewegungen hat ihren Ursprung im frühen 20. Jahrhundert. Gegen den handwerklichen Kitsch und Geschnörkel entwickelte sich das Bauhaus. Die Gesellschaft fing an, sich dem Thema Industrie zu widmen, weg von Emotion und Tüddel. Form follows function - eine simple Regel, die den Designern den Weg frei machte, das Wesentliche aus ihrem Werk zu betonen und mit Reduktion zu punkten. Inspiration im Bauhaus fand auch das Billy Regal und die ersten Apple Produkte, die allein ihre Funktion ausführen sollten - dem Besitzer einen guten Dienst leisten. Ähnliche Entwicklungen lassen sich gerade in Kunst, Architektur und Design sehr gut aufschlüsseln und etliche weitere Beispiele sind da, auf die Designrebellen der 80er folgte beispielsweise das Jahrzehnt der Basics in der Mode.



   
Krempel: Als ich meine Festival-Shirts nach dem Glück fragte

Wie jede Bewegung gibt es immer die Gurus ihrer Zeit, die Stellvertreter der Welle sind, auf der sie zu uns surfen. Aktuell ist Marie Kondo am Popstar Himmel des Minimalismus. Sie erklärt mit ihrer KonMarie-Methode, wie sich ein einfaches Leben durch zwei Schritte, Ausmisten und Aufräumen, verwirklichen lässt. Ihr Buch "Magic Cleaning" habe ich als Kindle-eBook gelesen (ich möchte ja nichts unnötig rumstehen haben). Die Methode ist denkbar einfach, pauschal gesagt, fragt man Gegenstände, ob sie einen glücklich machen, wenn nicht - Goodbye. Die Frage konnten meine alten T-Shirts leider nicht mit "Ja" beantworten und fanden einen neuen Besitzer. Ich bin erleichtert - im wahrsten Sinne, denn wenn ich einmal nachrechne, habe ich die Shirts schon vorm vorletzten Umzug nicht mehr angezogen...


   
Digitales: Ungeteilte Aufmerksamkeit - Gegengift heißt neu Detox

Wir sind umhüllt von Blink Blink. Unsere Aufmerksamkeitsspanne wird von Jahrzehnt zu Jahrzehnt kürzer. Im Jahr 2000 haben wir einer Sache noch 12 Sekunden Aufmerksamkeit schenken können, heute sind wir bei ca. 5 Sekunden angekommen. Aber wir vertrödeln uns auch gerne selbst mit unserem Smartphone Konsum - und so hat sich das "digital Detox" entwickelt. Auch eine Art, seinen Sinn für Minimalismus auszuleben. Und dann ist da noch das Thema Bullet Journal, eine Möglichkeit, sich nochmal mit Stift und richtigem Papier auszutoben, ohne sich vom Internet ablenken zu lassen (und daraus gleichermaßen einem Trend nachzugehen und im besten Fall minimalistisch instafame zu werden). Auf mein iPhone möchte ich dennoch nicht verzichten. Auch wenn ich mich gern ablenken lasse, ist es doch bei vielen Funktionen eine Erleichterung. 


   
Tausche Besitz gegen Freiheit

Minimalismus oder die Abkehr vom Überfluss hat für mich also vor allem eine Aussage: Wir tauschen Besitz gegen Freiheit.

Wie denkt ihr über das Thema Minimalismus nach? Seid ihr auch ein wenig vom Überfluss genervt? Freue mich, wenn ihr mir dazu einen Kommentar da lasst.

Eure Desirée
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3 Kommentare

  1. Ein Mensch sollte seine Willenskraft und Liebe vergrößern. Es ist wichtig, gesundheitsbewusst zu leben und sich unegoistisch zu verhalten. Es ist sinnvoll, die körperliche Leistungsfähigkeit zu vergrößern, diverse Herausforderungen zu meistern, die Natur zu schützen usw. Und dann sollte man sich morgens unmittelbar nach dem Aufwachen auf einen Wunsch konzentrieren und sich (nochmal) in den Schlaf sinken lassen. Durch Traumsteuerung (oder im halbwachen Zustand nach dem Aufwachen) kann man zu mystischen Erfahrungen (und Heilen wie Jesus) gelangen. Der Mensch (genauer: das Ich-Bewusstsein) kann mystische Erfahrungen nicht bewirken, sondern nur vorbereiten. Bestimmte Meditations- und Yoga-Techniken, Hypnose, Präkognition usw. sind gefährlich. Traumsteuerung ist auch ohne luzides Träumen (das u. U. gefährlich ist) möglich. Man sollte sich nur dann einen luziden Traum wünschen, wenn man durch Traumdeutung herausgefunden hat, dass man dafür die nötige Reife hat. Oder man kann sich vor dem Einschlafen wünschen, dass sich nur Dinge ereignen, für die man die nötige Reife hat. Es ist gefährlich, während eines luziden Traumes zu versuchen, den eigenen schlafenden Körper wahrzunehmen. Luzide Träume dürfen nicht durch externe Reize (Drogen, akustische Signale usw.) herbeigeführt werden. Man kann sich fragen, ob eine echte (nicht nur eine eingebildete) Zeitdehnung in Träumen möglich ist. Zudem, wie sich Schlaf-Erlebnisse von Tiefschlaf-Erlebnissen (und Nahtod-Erlebnissen usw.) unterscheiden. Die Bedeutung eines symbolischen Traumgeschehens kann individuell verschieden sein und kann sich im Laufe der Zeit ändern.

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  2. Es bedeutet eine Entheiligung der Natur, wenn Traumforscher die Hirnströme von Schlafenden messen. Die Wissenschaft darf nicht alles erforschen. Es ist z. B. gefährlich, wenn ein Mensch erforscht, ob er einen freien Willen hat. Es ist denkbar, dass ein Mensch gerade durch die Erforschung der Beschaffenheit des Willens seinen freien Willen verliert. Zudem besteht die Gefahr, dass ein Mensch verrückt wird, wenn er sich fragt (wie schon vorgekommen), ob das Leben nur eine Illusion ist. Das Leben ist real. Es kann in Teilbereichen auf wissenschaftlichen (und technischen) Fortschritt verzichtet werden. Es ist z. B. falsch, Hochgeschwindigkeitszüge zu bauen. Es sollte lange Sabbatzeiten anstatt Rentenzeiten geben (denn es gibt kein biologisches Altern). Nicht-Berufstätige sollten möglichst in Dörfern wohnen, Berufstätige (mit wenigen Ausnahmen) in Städten. Es ist sinnvoll, dort zu wohnen, wo man arbeitet (in Verbindung mit wirtschaftlicher Subsidiarität). Diese Maßnahmen (und z. B. ergänzende Fernkurse) führen dazu, dass die allermeisten Privatfahrzeuge (nicht Firmenfahrzeuge) überflüssig werden. Es ist sinnvoll, überflüssige Dinge (nicht-leistungsgerechte Vermögen, Kreditwesen, Werbung, Urlaubsindustrie, Luxusgüter, Rüstung usw.) abzuschaffen. Der MIPS muss gesenkt werden (moderne Verfahren erhöhen die Recyclingquote, ein Öko-Auto fährt über 3 Mio. km, ein 1-Liter-Zweisitzer-Auto spart Sprit usw.). Ein Mensch kann im kleinen und einstöckigen 3-D-Druck-Haus (Wandstärke ca. 10 cm) mit Nano-Wärmedämmung wohnen. Wenn die Menschen sich ökologisch verhalten, kommt es zu einer günstigen Erwärmung im Winter (siehe Wikipedia „Zeitreihe Lufttemperatur“, Messwerte in Dekaden). Denn das Klima ist (so wie das Leben) in der Lage, sich positiv weiterzuentwickeln. Außerdem muss man bedenken, dass vielleicht nicht immer Menschen auf der Erde geboren werden müssen, sondern sich in anderen Dimensionen entwickeln können. In der Medizin sollte u. a. die Linsermethode gegen Krampfadern (auch dicke) eingesetzt werden. Es ist wichtig, den Konsum von tierischen Produkten (und Süßigkeiten und Eis) zu reduzieren oder einzustellen. Hat man eine bestimmte Reife, kann man sich vegan ernähren oder von Urkost ernähren (oder sogar fast nahrungslos leben). Die berufliche 40-Stunden-Woche kann durch die 4-Stunden-Woche ersetzt werden (Lohnausgleich erfolgt nur zu einem kleinen Teil). Wenn die Menschen sich richtig verhalten, werden die Berufe zukünftig zunehmend und beschleunigt (!) beseitigt.

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