Ich blogge, also PEINLich!?

by - März 18, 2018

1,5 Prozent der Deutschen schreiben regelmäßig an einem Blog - damit ist klar: Ich gehöre mit meinem Hobby zu einer Randgruppe. Auch wenn die Bedeutung von Blogs im Verhältnis zu journalistischen Publikationen zunimmt, belächelt wird die Szene dann doch. Warum tut man sich diese Rolle an und ist bloggen nicht peinlich?


   
Was denken denn die Leute?

Mit meinen 31 Jahren kann ich dazu sagen, dass man anders als in der Pubertät und den frühen 20ern weniger auf die Meinung der Anderen gibt. Insgesamt stellt sich auch bei mir eine gewisse Gelassenheit ein. Ein großer Vorteil! 

- Die Kollegen

Nichts desto trotz habe ich auch meine Rolle im professionellen Berufsumfeld. Ich arbeite in der Finanzbranche, habe Kontakt zu Kunden und das Thema Social Media ist dort (anders als in der Konsumgüterindustrie) noch nicht in seiner Relevanz angekommen. Ich bin mir aber ziemlich sicher, dass es wenige Kunden oder Kollegen gibt, die auf meine Seite rein zufällig stoßen würden, und selbst wenn... In Zeiten der Digitalisierung kann es sich niemand anlasten lassen, dass er sich auf dem Gebiet weiterentwickeln möchte - denn genauso empfinde ich die Arbeit an diesem Blog. Ich lerne viel über SEO, Analytics, insgesamt die Google Services - nicht das Schlechteste Hobby im Jahr 2018. Natürlich sind die Inhalte auch sehr persönlich, aber ich verrate hier auch nicht meine intimsten Geheimnisse. Persönliches macht aber auch den Unterschied zum professionellen Journalismus aus - der eine will Nachrichten lesen, der andere persönliche Geschichten...

- Die Freunde

Neben dem beruflichen Umfeld ist das Thema Privatleben ja so eine Sache. Nicht alle meine Freunde kennen meinen Blog, aber die, die ich wirklich als Freunde bezeichne, dürfen ihn auch ruhig sehen. Ich habe schon ein paar Mal gutes Feedback erhalten und gehe damit auch sehr kritisch um. Meine Freunde würden mir generell kein Kompliment aussprechen, wenn ein Text oder mein Blog insgesamt Kacke wären - um das mal direkt auszusprechen. Sind wir mal ehrlich - Angst haben wir doch nur vor den Leuten, die wir nicht kennen und die uns für unser Tun kritisieren, und die sind einfach nicht so wichtig!

In diesem Sinne:



     

Bin ich nicht viel zu alt fürs Bloggen?

Es ist schon reichlich spät, einen Blog mit 31 zu starten. Aber meine Wahrheit ist, mit dem Alter ändern sich auch die Themen und Zielgruppen, sie wachsen quasi mit mir selbst heran. Wenn ich heute 16 wäre, dann hätte ich wahrscheinlich einen Beauty Blog, aber das könnte ich mir aktuell gar nicht vorstellen und das will auch wahrscheinlich kein Leser über 30. Bei mir finden nun mal andere Themen statt, als in meinen 20gern und so auch in der Zielgruppe. Ich bewundere Ü40 Blogger! Vermutlich ist das der Struggle um Akzeptanz im Berufsumfeld und Freundeskreis noch ein ganz anderer - wir sind ja dagegen quasi schon mit der Bloggerwelt aufgewachsen.


Bin ich überhaupt gut genug?

Gut genug für was? Das ist grundsätzlich auch erstmal die falsche Frage. Wenn ich meinen Blog, meine Fotoskills, mein Equipment, meinen Content mit den großen Influencern vergleiche, dann kann ich direkt einpacken und bin für den Rest meines Lebens demotiviert. Klar möchte jeder Blogautor, dass seine Texte auch gelesen werden und sich eine treue Leserschaft aufbaut. Ich bin schon zufrieden, wenn ich die Disziplin aufbringe, regelmäßig Artikel zu veröffentlichen, neue Ideen habe und damit am Ball bleibe - das ist mein ganz persönlicher Erfolg. Das funktioniert für mich auch nur, weil ich Spaß daran habe, mich hier kreativ auszutoben. Und wenn man an etwas Spaß hat, dann will man darin auch automatisch besser werden und wird es auch in der Regel. Es ist auch gar nicht so entscheidend, gleich zu Beginn hunderte Euros in Kamera und Webspace zu investieren. Das steht auf einem ganz anderen Blatt. Manchmal reicht meiner Meinung nach auch ein Handyfoto. Ich glaube es gibt auch viele tolle Menschen, die ihren Blog nie live schalten, weil sie ihn noch nicht perfekt finden - macht euch davon los. Nichts und niemand ist jemals so perfekt - und wenn doch, möchte man sich den Druck wirklich geben?


     

Interessiert das überhaupt jemanden, was ich da tue?

Wie ich oben schon kurz beschrieben habe, Journalismus ist interessant, weil er Nachrichten, Zahlen, Fakten und Berichte bietet, aber am Ende dann doch weniger persönlich. Ich sehe zwar eine gewisse Konkurrenz, aber der Blick in einen gut sortieren Zeitschriftenladen gibt mir immer wieder die Gewissheit, dass ein großes Verlagshaus doch an vielen Stellen noch Mehrwert liefert und eigentlich unersetzlich ist. Beim Bloggen geht es um etwas ganz Anderes - nämlich die Person hinter dem Blog und ihre Erfahrungen, Eindrücke, Tipps, persönliche Meinung. Ich selbst lese Blogs, um neue Ideen zu bekommen, von ganz normalen Menschen. Wenn ein Blogger nicht gerade dafür bekannt ist, bezahlte Partnerschaften um jeden Preis zu platzieren und ehrlich zu seinen Lesern ist, habe ich in seine Meinung mehr Vertrauen, als in die Tipps eine anonymen Redaktion. Ich schließe an dieser Stelle einfach von meinem eigenen Interesse darauf, dass auch andere Menschen ähnlich ticken. 

Mich interessiert auch wirklich brennend, welche Gefühle ihr zum Bloggen hegt. Habt ihr selbst einen Blog und sind euch ähnliche Zweifel durch den Kopf gegangen? Ich freue mich über jeden eurer Kommentare!

Eure Desirée


Hier noch 3 motivierende Links zu interessante Beiträgen von anderen Bloggern zu diesem Thema und warum wir bloggen:

You May Also Like

2 Kommentare

  1. Liebe Desirée,
    auch dein Beitrag zum Thema hätte 1:1 von mir stammen können. Ich würde ihn so direkt unterschreiben! Manchmal kommt bei mir auch noch der Gedanke auf, was denn andere darüber denken, wenn sie ihn denn finden - insbesondere natürlich Menschen aus meinem privaten Umfeld. Aber solang man selbst glücklich mit dem ist, was man für sich selbst geschaffen hat, ist das alles, was zählt.
    Viele Grüße und lieben Dank für dein Lob bei mir. <3
    Mira

    AntwortenLöschen
  2. Hey deine Gedanken kommen mir bekannt vor :-) Ich kann dir zur zustimmen!

    Eigentlich ist es echt komisch, dass einem der Blog "peinlich" sein kann. Mir hat es sehr geholfen, dass ich sehr schnell den Bloggerstammtisch gefunden habe. Dort war ich unter Gleichgesinnten und der Blog war ein ganz normaler Zeitvertreib. Vor Kollegen habe ich ihn lange geheim gehalten. Ich wollte nicht den Eindruck erwecken, dass ich während der Arbeit im Internet privates mache. Auch im Freundeskreis habe ich lange nicht offen gezeigt, was ich mit meiner Freizeit mache. Mittlerweile haben es viele in meinem Umfeld mitbekommen und das Feedback war nur positiv. Das sich Leute für meinen Blog interessieren freut mich, wie du bei mir ja schon passend kommentiert hast, geht es aber auch um viel mehr als nur Dauerwerbung zu machen und perfekt zu sein. Ein persönlicher Blog ist eine tolle Möglichkeit sich auszudrücken und den Alltag kreativ zu gestalten :-)

    AntwortenLöschen