Was hält uns davon ab, glücklich zu sein? Teil 1

by - März 18, 2018



Fragst du dich auch manchmal, ob du glücklich bist? Glücklich mit dem, was du tust, was du bist, was du hast? Alle wollen glücklich sein, aber keiner scheint es wirklich zu erleben. Wenn es so wäre, würde doch niemand an Selbstoptimierung denken, einen Fitnesstracker tragen, ein schlechtes Gewissen bekommen, wenn andere mehr Sport machen, sich gesünder ernähren und immer Zeit für Freunde finden.

Bin ich glücklich?

Das hat mich nachdenklich gemacht und mir den Anstoß gegeben, einmal selbst darüber nachzudenken und zu recherchieren, was uns davon abhält, glücklich zu sein. Ich bin sicher nicht der unglücklichste Mensch auf dieser Welt, aber oft bin ich unzufrieden und weiß nicht, warum. Das Problem dann immer bei den Anderen und im Vergleich in den sozialen Netzwerken zu suchen, wäre falsch - genauso falsch wie es wäre, die Schuld immer bei sich selbst zu verorten.

Kleiner Disclaimer, ich bin kein Psychologe, kein Philosoph, kein Glücksforscher, aber ich bin nachdenklich - ein Zweifler. Das ist nicht negativ, ich ziehe daraus auch viel Neugier und reflektiere mich und mein Umfeld. Es ist nicht einfach, aber es macht viele Zusammenhänge für mich klarer. Und es gibt auch nicht das Glücksrezept oder die eine Erkenntnis und Lösung für alles Unglück. Mir persönlich hilft das Grübeln, Faktoren zu kennen, die mich unglücklich machen und vielleicht geht es euch ähnlich. Ich habe mich auch gefragt, welchen Beitrag ich überhaupt zu dem Thema leisten kann, am Ende ist vielleicht schon alles gesagt, aber wie immer erinnere ich mich daran, dass es hier um meinen Blickwinkel geht.



1. Dinge, die wir nicht kontrollieren können

Es gibt Dinge, die können wir nicht ändern: den Charakter der Kollegen, das Wetter, Zugausfälle... Beispiele gibt es viele. Aber obwohl wir wissen, dass wir (kurzfristig) keinen Einfluss auf diese Dinge haben, ärgern wir uns immer wieder über sie. Es sollte aber das Ziel sein, dass genau solche unabänderlichen Faktoren zu erkennen und ihnen mit mehr Gelassenheit zu begegnen. Zugegeben, das ist leichter gesagt als getan, aber wir sind noch bei Nr. 1 und das ist noch das Banalste! Übrigens hilft mir mein Alter vermutlich häufig dabei, diese Dinge gelassener zu sehen.

2. Jammern - Uns in unserem Unglück zu suhlen, macht uns noch unglücklicher

Ebensowenig bringt es etwas, sich in Selbstmitleid zu ergießen oder noch schlimmer, ständig zu jammern. Dadurch wird man nur eins: gemieden. Wer lebt in einem Umfeld, das nur mit Negativem überschüttet werden möchte? Je häufiger ich mir durch Jammern vor Augen halte, wie schlecht es mir geht, desto eher glaube ich mir am Ende und rede mich Mantra-artig ins Verderben... Ich versuche auch immer wieder, das Jammern herunterzuschlucken. Hilft im Gespräch mindestens zwei Menschen ;-). Jammern trägt auch dazu bei, den Fokus auf das Negative zu richten, aber das ist genau der falsche Ansatz, schaut lieber auf die guten Dinge und seid dankbar.

3. Angst - vor Veränderungen, Risiken und Fehlern

Veränderungen und Risiken abzulehnen, bringt uns in eine Position, die erstmal schön bequem erscheint und kurzfristig, wenn nicht glücklich, dann zumindest nicht unglücklich macht - neutral. Aber das ist kein guter Zustand! Das bedeutet nicht, dass wir jede Veränderung mit offenen Armen begrüßen und jedes Risiko eingehen sollten. Hier geht es um Abwägung und Kalkulation mit den zwei Leitfrage "Was kann ich gewinnen?", "Was kann ich verlieren?". Veränderungen erfordern meistens Flexibilität und Anpassung. Ein "Ich will mich aber nicht verbiegen!" ist hier nicht hilfreich, denn letztendlich bietet nichts mehr als Veränderung eine Chance zur persönlichen Entwicklung. Ähnlich verhält es sich mit Fehlern. Aus einem absichtslosen Fail lernen wir - hoffentlich auch, den gleichen Fehler nicht erneut zu machen.


4. Selbstabwertung und Schuldgefühle - wir gehen mit uns am schlechtesten um

Ich bin so ein Depp. Ein Satz, den ich oft zu mir selbst sage, aber den ich niemals einer Freundin an den Kopf werfen würde. Wieso gehen wir mit uns so ruppig um und hacken auf uns ein? Das steigert niemals das Selbstwertgefühl und wir fühlen uns dabei einfach nur schlecht. Sich ständig für etwas oder sich selbst schuldig zu fühlen ist auch so ein Ding. Wir sind keine schlechten Menschen, nur weil wir vielleicht ein bisschen vergesslich, trödelig oder unspontan sind. Wir haben nun mal Ecken und Kanten. Das soll uns keine Ausrede für alles geben, aber niemand ist so perfekt. Wichtig ist, wir mit uns umgehen und die Fehlerchen zulassen.


5. Zu lange warten und nicht anfangen

Als ich diesen Blog gestartet habe, habe ich so einige Baustellen noch auf der Liste gehabt. Bis heute gibt es noch keine "Über mich"-Seite. Aber ich hab einfach angefangen, weil ich wusste, dass der Blog nie perfekt werden kann und es immer etwas zu tun gibt. Wenn ich erst gewartet hätte, bis der letzte Punkt sitzt, dann wäre der Blog bis heute nicht online. Zu warten, um erst in irgendetwas richtig gut zu werden, bevor man darüber spricht oder es tatsächlich umsetzt, ist der erste Schritt zum Scheitern. Was ich auch immer wieder höre ist, dass Menschen sich nicht ins Fitnessstudio trauen, weil sie noch keinen trainierten Körper haben. Aber die Wahrheit ist ja, ohne Erfahrungen zu sammeln oder zu trainieren, wird man auch nicht besser, weder beim Sport noch bei einem Blog.


Ich habe diesen Post gesplittet und arbeite auch schon am zweiten Teil. Wenn ihr aber auch Faktoren kennt, über die ihr grübelt und die euch davon abhalten, glücklich zu sein, dann schreibt mir das gern in die Kommentare.

Eure Desirée

P.S.: Der zweite Teil ist inzwischen online und hier zum Nachlesen :-)

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